Gefühlvoll und mit Hingabe
Ein recht ansprechendes und zugleich abwechslungsreiches Konzert gestalteten der Männerchor „Liederhalle“ Sundheim, der Mandolinenverein Auenheim sowie Vokal- und Instrumentalsolisten in der Martin-Luther-Kirche Sundheim.
Kehl-Auenheim. Schlichte Gesänge, entsprechend der Thematik, wechselten mit anspruchsvoller Instrumental-Konzertliteratur. Ellen Oertel, auch als Solo-Cellistin und Continuospielerin gefordert, leitete die gesanglichen Parts, während Jean-Philippe Hummel, musikalischer Chef des Mandolinenorchesters, die Instrumentalbeiträge dirigierte…
Im Konzert c-moll für Cello und Mandolinenorchester (Allegro non molto-Adagio-Allegro non molto) dokumentierte Ellen Oertel sensibles Cello-Solospiel bei technischer Perfektion, zugleich zeigte sich, dass Dirigent Hummel sein Mandolinenorchester gut präpariert hatte. Diese gelungene Kombination führte zu einer sorgsamen und harmonisch ausgewogenen Interpretation. In dieser doch selten anzutreffenden Besetzung hat die Komposition ihren eigenen Reiz, da ein Mandolinenorchester nicht so dominant wirkt und damit dem Solisten grössere Spielräume eröffnet, die Ellen Oertel auch nutzte.
Reizvoll gestaltete das Orchester dann „La pulce d’aqua“ (A. Branduardi), „Anglaise-Menuett-Mourqui“ aus der Suite „Für Wolfgang“ (L. Mozart) und dem rhythmisch wirkungsvollen „Plucking Strings“ (J. Steffaro). Präzision war ebenso selbstverständlich wie tonal angenehme Gestaltung…
Das „Konzert in d-moll für zwei Klarinetten und Mandolinenorchester“ von G. Ph. Telemann erwies sich dann als ein Highlight. Die vier kontrastierenden Sätze (Largo-Allegro-Adagio-Vivace) wurden bei bestens funktionierendem Mandolinensound von den Solisten Serge Marggraff und Helmut Oesterle (Klarinetten) spielerisch sicher und musikalisch ausgereift gestaltet. Besonders bei den schnellen Passagen kamen die Klarinetten beeindruckend lebendig zum Tragen.
Mit dem Advents- und Weihnachtslieder-Zyklus für Männerchor und Mandolinenorchester, bei denen sechs entsprechende Gesänge ausdrucksstark (besonders wirkungsvoll „Maria durch den Dornwald ging“) verarbeitet sind, rundeten die Musizierenden ihr mit viel Hingabe gestaltetes Weihnachstkonzert bei schöner Dynamik stimmungsvoll ab.
…und Jean-Philippe Hummel griff ab und zu zum E-Bass, um die instrumentale Fundamentalwirkung zu intensivieren. Darüber hinaus wurde während der Programmfolge immer wieder spürbar, dass sich im Mandolinenorchester ausgezeichnete Solisten befinden. Ein durchaus respektabler Auftakt zu den bevorstehenden Feiertagen.
Aus: Kehler Zeitung
